Primäre Mutationen

Halsbandsittich

Primäre Mutationen

 

Seit vielen Jahren dürfen wir die Primären Mutationen des Asiatischen  Halsbandsittichs bewundern. Es gibt bei keiner anderen Großsittich-Art so viele Mutationen wie beim Halsbandsittich. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei.

 

1. Graugrün

Vererbung: Dominant

Besonderheiten: Früher recht häufig, heute nicht mehr so oft zu sehen.  Einzige Mutation, die Dominant vererbt. Es gibt ein- und doppelfaktorige Vögel. Der Unterschied zwischen diesen ist jedoch nicht zu sehen. Nur durch Kontrollverpaarungen ist zu erfahren ob man einen ein- oder doppelfaktorigen hat; und dies kann unter Umständen mehrere Jahre dauern. Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

Grünkobalt

2. Grünkobalt (Dunkelgrün in der Kobaltreihe)

Vererbung: unvollständig dominant

Besonderheiten: recht selten. Man brauchte diese Mutation früher, um Kobalt zu züchten. Seit der Bestand an Kobalt gesichert ist, sind die Dunkelgrünen nur noch selten zu sehen. 

Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

 

 

1.0 Grün Violett

 3. Grünviolett

Vererbung: unvollständig dominant

Besonderheit: recht selten, da jetzt genügend Violette da sind. So haben nur noch wenige Züchter diese Mutation. Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

 4. Misty Grün

Vererbung: unvollständig dominant

Besonderheiten: Sehr selten.

Körper und Schwanz stark verblasst (sieht aus wie mit Nebel überzogen), der Kopf ist im Vergleich dazu leuchtend.

Die Augen sind dunkel, Füße und Krallen heller als bei der Wildfarbe.

5. SL Dominant Gesäumt Grün

Vererbung: Geschlechtsgebunden + unvollständig Dominant Besonderheiten: Selten.

Nach heutigem Kenntnisstand der einzige Halsbandsittich mit dieser Vererbung, was viele Züchter bis vor einigen Jahren nicht wussten bzw. nicht glauben wollten obwohl bereits 1998 ein Züchter auf diese komplizierte Vererbungsart hingewiesen hatte.

Charakteristische Zeichnung in den Flügeln und im Schwanz (Säumung). Diese Zeichnung ist bei einfaktorigen Männchen meist sehr schwach, während sie bei den Weibchen relativ stark ist, wobei diese nur einfaktorig sein können. Doppelfaktorige Männchen haben meist eine sehr starke Zeichnung.

Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

6. Khaki Grün

Vererbung: Unvollständig Dominant Besonderheiten: Eine der seltensten Mutationen.

7. SL Lutino

Vererbung: Geschlechtsgebunden

Besonderheiten: Wahrscheinlich die erste Mutation. Heute sieht man sie nicht mehr so häufig.

Die Körperfarbe ist ein blasses Gelb. Der Kopf bei einem ausgefärbten Hahn ist etwas intensiver gelb. Das Halsband ist weiß, das Nackenband ist kräftig rosa gefärbt. Die Schwung- und Schwanzfedern sind nahezu weiß. Sie haben rote Augen. Die Füße und Krallen sind hell (fast weiß).

8. Pallid Grün

Vererbung: Geschlechtsgebunden

Besonderheiten: Allele von Lutino. In den 90ern waren diese Vögel sehr häufig zu sehen und jeder Besitzer der Pallids präsentierte seine Vögel voller Stolz. Nach dem die Bleichkopf Falben und die Bleichschwänze auftauchten, ging das Interesse an den Pallids merklich zurück.

Beide Geschlechter verlassen mit gelben Köpfen den Nistkasten. Die Augen sind dunkelrot, Füße und Krallen hell.

9.Zimt Grün

Vererbung: Geschlechtsgebunden

Besonderheiten: Mittlerweile nicht mehr so häufig zu sehen. Sie werden mit dunkelroten Augen geboren, die jedoch nach einigen Tagen nicht mehr als solche zu erkennen sind. Gefieder heller als die Wildfarbe, Federnschäfte sind braun.

Die Füße sind hell und die Krallen hornfarbig.

 
1.0 Opalin Grün

10.Opalin Grün

Vererbung: Geschlechtsgebunden.

Besonderheiten: Selten. 

Es gibt erfahrene Züchter, die diese Mutation für eine der interessantesten und wichtigsten überhaupt halten.

Das Körpergefieder ist leuchtend grün, deutlich heller als beim Wildfarbigen.  Die Schwungfedern sind dunkler mit einem gelblichen Spiegel. Die Kopffarbe des Wildfarbigen bleibt erhalten. Die Schäfte der Schwanzfedern sind nahezu schwarz. Ausgefärbte Tiere haben eine dunkle Schwanzspitze.

Das Halsband beim adulten Hahn ist schwarz und oftmals breiter als beim Wildfarbigen bzw. bei anderen Mutationen. Das Rosa des Nackenbandes ist meistens nicht vorhanden oder nur angedeutet. In ganz seltenen Fällen läuft das rosafarbene Nackenband nach unten aus.

Frisch geschlüpfte Tiere haben manchmal helle Krallen, die später dunkler werden. Die Daunen sind gelblich. Die Augen sind dunkel; Füße und Krallen etwas heller als beim Wildfarbigen.

 

 

11.Rezessiver Schecke Grün

Vererbung:  Rezessiv

Besonderheiten: Ziemlich Selten.

Das Grün ist etwas heller als bei der Wildfarbe. Die beiden längsten Schwanzfedern sind meist intensiver blau.

Merkmale der Rezessiven Schecken: Gelbe Kopfplatte, gelber Kehl- und Nackenfleck, gelbe Schwungfedern. Ausgefärbte Hähne haben kein Halsband. Der weiße Augenring ist nur ganz leicht angedeutet und meistens nicht mehr zu sehen.

Die Vögel sind beim Ausfliegen meist sehr scheckig. Diese Scheckung lässt aber in den nächsten 2 Jahren mehr oder weniger nach. Manche Vögel haben nach dieser Zeit nur noch die Scheckenmerkmale. Schade!

Die Augen sind dunkel, Füße und Krallen hell.

 

Dominant Schecke Grün

12.Dominant Schecke Grün

Vererbung: unvollständig Dominant

Besonderheiten: Sehr selten

Es gibt wohl keine Mutation, über die in den letzten Jahren soviel diskutiert wurde wie diese. Es werden im Netz Diskussionen geführt, die weit über das „Normale“ hinausgehen. Dies muss sicher nicht sein. Die Diskussionsteilnehmer sollten sachlich bleiben und einander den nötigen Respekt entgegenbringen. Dann kann man diese Diskussionen auf einem würdigen Niveau, vielleicht auch mit den erforderlichen Erfahrungen, fortsetzen, um zu einem einheitlichen Konsens zu kommen.Der ausgiebige Diskussionsstoff liegt wohl darin begründet, dass es nur ganz wenige Züchter gibt, die sich mit den Eigenheiten dieser Mutation richtig auskennen. 

 

Es gibt Züchter, die 3 verschiedene Primäre Mutationen für möglich halten:

  1.  1. Schecken mit wenig Scheckung und  Halsband (Männchen)
  2.  2. Schecken mit sehr viel Scheckung ohne Halsband. Diese Schecken werden dann als Harlekin bezeichnet.
  3.  3. Schecken mit „gelbem“ Rücken. Das sind Saddlebacks.

 

Fragen: Kann es sein, dass die „Harlekins“ ganz einfach Vögel sind, die sehr viel Scheckung haben, auch an den Stellen, an denen das Band sein müsste, und das Halsband dadurch unterdrückt wird?

Ist es möglich, dass die „Saddlebacks“ Schecken mit Türkisfaktor sind?

 

Sicher ist, dass es ein- und doppelfaktorige Dominante Schecken gibt, die sich farblich voneinander unterscheiden. Auf die doppelfaktorigen werden wir bei den Kombinationsfarben eingehen.

 

Die Augen sind dunkel, Füße und Krallen variieren.

 

 

1.0 Übergossen Grün

13. Dilute (Übergossen Grün)

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: Sehr selten.

Der ganze Vogel ist grüngelb übergossen. Die Federnschäfte sind fast schwarz.

 

Augen dunkel, Füße dunkelgrau, Krallen grau.

0.1 Bronze Falbe Grün

14. Bronze Falbe Grün

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: Absolute Rarität.

Der Vogel ist hellgrün. Die Flügel sind gelblich, die Schwungfedern sind graubraun. Die beiden längsten Schwanzfedern sind hellblau.

Nach 2 Jahren erhält der Hahn einen grüngelben Kopf und ein bläulich- graues Halsband mit rosa Nackenband.

Diese Mutation ist sehr schwierig zu züchten.

 

Die Augen sind dunkelrot, die Beine sind pinkfarbig und die Krallen sind hell.

1.0 Bleichschwanz Grün

15. Bleichschwanz Grün

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: Selten.

Grüner Vogel mit gelbem Bauch und gelbem Schwanz. Die Männchen bekommen nach 2 Jahren einen gelben Kopf. Das Halsband variiert von grau bis nahezu schwarz. Das Nackenband ist rosa.

Weibchen haben keinen gelben Kopf, aber meistens ein schmales gelbliches Band.

Die Augen sind dunkel, Beine und Krallen hell.

16. Bleichkopf Falbe Grün (Grüner Butterkopf)

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: Sehr selten.

Hellgrün, der Rücken ist deutlich dunkler als die Vorderseite, die einen leicht gelblichen Hauch aufweist.

Nach 2 Jahren färbt der Kopf des Hahns in ein kräftiges Gelb um, das von einem tiefschwarzen Hals- und rosa Nackenband abgegrenzt wird.

Der weiße Augenring ist nur angedeutet und fast nicht zu sehen.

 

Weinrote Augen, helle Füße und bräunliche Krallen sind ebenfalls Kennzeichen dieses Mutanten.

17. Falbe Grün (das unbekannte Wesen)

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: die absolute Rarität schlechthin, noch seltener als der Bronze Falbe.

Hellgrüner Vogel; die Vorderseite ist ein helles Gelbgrün, das zum Steiß hin immer gelber wird. Der Rücken hat in der Mitte vom Nacken her einen dunklen Fleck. Nach außen über die Flügel wird der Vogel immer heller. Die Schwungfedern sind weißgelb, der Schwanz ist gelb.

Beide Geschlechter haben bereits beim Ausfliegen den gelben Kopf. Das adulte Männchen hat ein hellgraues Hals- und rosa Nackenband. Unter dem Nackenband ist ein dunkelgrünes Band zu sehen.

Ein weiteres Phänomen dieser Mutation ist, dass es offensichtlich 2 Varianten gibt; eine helle und eine dunkle.

Die helle Art ist beim Ausfliegen gelb und erhält erst im Alter von mehreren Monaten die hellgrüne Farbe am Körper.

Die dunklere Variante fliegt hellgrün aus und wechselt in den darauf folgenden Monaten in ein dunkleres Grün.

 

Diese Mutation hat rote Augen, helle Füße und helle Krallen.

18. Blau

Vererbung: Rezessiv

Besonderheiten: Sehr häufig.

Diese Mutation ist immer noch sehr wichtig zur Züchtung von Kombinationsfarben.

 

Die Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

19. Türkis (Allele von Blau)

Vererbung: Rezessiv (Allele von Blau)

Besonderheiten: Sehr häufig

Dieser Mutant ist nach wie vor äußerst wichtig, um schöne und interessante Kombinationsfarben zu züchten.

Er hat in den letzten Monaten für Diskussionsstoff gesorgt: Mittlerweile teilen manche Spezialisten die Türkisvögel in verschiedene Kategorien ein. 

 

Türkis = Reinerbig Türkis

Türkisblau = Kombination aus Türkis und Blau

 

„Indigoblau“

Diese Variante hat weniger Türkisfaktor (ca. 50%) als der Türkisblaue und das Blau ist heller. Das Nackenband ist weiß.

 

Indigo = Reinerbig

Indigoblau = Kombination aus Blau und "Indigo"

 

„Saphirblau“

zeigt nur ca. 20% Türkis. Das Blau ist ebenfalls heller und das Nackenband auch weiß.

 

Saphir = Reinerbig 

Saphirblau = Kombination aus Blau und "Saphirblau"

 

 Je heller die Mutation ist desto heller ist der Türkisschimmer, z.B. Zimt-Türkisblau = hellgrünes Türkis, Kobalt-Türkisblau = dunkelgrünes Türkis.

Es gibt Türkisvögel mit etwa 20% Türkis und welche mit fast 90%.

Der Türkisfaktor ist nie in den Schwungfedern zu sehen, in den Schwanzfedern in Ausnahmefällen.

Manchmal haben Junge beim Ausfliegen kein Türkis; dies kommt dann bei der Jugendmauser und nimmt unter Umständen bis nach dem Ausfärben zu

 

Das Halsband ist schwarz, das Nackenband variiert von weiß bis rosa. Die Augen, Füße und Krallen sind dunkel.

20. Aqua, (Emerald, Smaragd) (Allele von Blau)

Vererbung: Rezessiv (Allele von Blau)

Besonderheiten: Absolute Rarität.

 

Die wichtigste Primäre Mutation!!!

Egal in welche Mutation aus der Blaureihe man den Aquafaktor hineinzüchtet, erhält man eine neue, sehr schöne Kombinationsfarbe, die sich deutlich von der vorherigen Farbe unterscheidet.

Der Aquablaue Vogel zeigt über den ganzen Körper ein gleichmäßiges Türkis. (Bei Türkisblau ist der Türkisfaktor nur an Teilen des Gefieders zu sehen)..

Das Halsband ist schwarz, die Farbe des Nackenbands reicht von fast weiß bis zu einem gelblichen Rosa.

 

Aqua = Reinerbig Aqua

 

Aquablau = Kombination aus Aqua und Blau

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Bronze Falbe Grün
1.0 Pflaumenkopfsittich Blau
Dominant Schecke Violett Türkis Blau

IG Sprecher

Hans Schumacher 

 

Stellvertreter 

Matthias Winkler

 

 

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